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Aufforderung zu Tarifverhandlungen für „Nicht Programmgestalter/innen"

Aufforderung zu Tarifverhandlungen für „Nicht Programmgestalter/innen"

Erfolgreiche Statusklagen von Cutter/innen, Toningenieur/innen und Kameraleuten vor dem Landesarbeitsgericht Berlin bestätigen unsere Position, dass Mitarbeit in nicht programmgestaltenden Bereichen wie z.B. in Produktion, Verwaltung und Technik unter dem Schutz des Manteltarifvertrages erfolgen muss. Wer klagt, bekommt mit hoher Wahrscheinlichkeit Recht und ist in der Folge fest anzustellen.

Sollen jetzt hunderte von Kolleg/innen vor Gericht ziehen, um die ihnen zustehenden Rechte einzuklagen?

Wir meinen, dass es keinen Sinn macht jeden Einzelfall vor Gericht zu verhandeln. Daher hat der Tarifausschuss von ver.di eine tarifvertragliche Lösung für die nicht programmgestaltenden ver.di - Mitglieder vorgelegt. Wir fordern die Deutsche Welle auf, auf dieser Grundlage Verhandlungen aufzunehmen.

Der Entwurf beinhaltet im Kern

- Unbefristete Festanstellung mit Teilzeitgrad, der sich aus dem Durchschnitt der letzten Beschäftigungsjahre errechnet
- Bezahlung imDurchschnitt der letzten („freien“) Beschäftigungsjahre
- Übernahme in den Manteltarifvertrag: Kündigungsschutz, Rationalisierungsschutz, Versorgungsleistungen,…
- Anerkennung der bisherigen Berufsjahre (Stichwort: Kündigungsschutz, Altersversorgung)
- Regelungen, die flexible Arbeitszeiten und Tätigkeiten bei anderen Arbeitgebern erlauben


Wir setzen auf die Vernunft der Verhandlungspartner und werden an dieser Stelle vom weiteren Fortgang berichten.

  • Aktueller Stand

    In ihren Antwortschreiben hat die Verwaltungsdirektorin Verhandlungen zum jetzigen Zeitpunkt mit dem Hinweis auf die unveränderte Planstellensituation abgelehnt. Man stehe mit dem Staatsministerium für Kultur und Medien in Verhandlungen zu dem Thema. Man sei sich dort der Problematik bewusst.

    So sehr wir das Argument der fehlenden Planstellen anerkennen - tatsächlich sind der DW die Hände in dieser Hinsicht gebunden, wenn die Politik sich nicht bewegt - so inaktzeptabel ist sowohl eine fehlgeleitete Haushaltspolitik als auch eine Personalpolitik, die völlig an den rechtlichen Gegebenheiten vorbeigeht. Wir empfehlen, die eigene rechtliche Situation bei ver.di prüfen zu lassen und sich gegebenenfalls am "Klagestapel" zu beteiligen, auch um den Druck für Verhandlungen zu verstärken.