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DW in der Klemme

DW in der Klemme

Sollte es bei der Entscheidung des Bundes bleiben, ihre Planstellen nicht zu erhöhen, wird es für die Deutsche Welle in Zukunft eng werden. Auf der einen Seite hat sie neue Aufgaben zu bewältigen, wie den Aufbau eines türkischen Kanals, auf der anderen Seite wird es ihr angesichts stagnierenden Personalbudgets und mangelnder Planstellen immer schwerer fallen, sich als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren. Vergleichsweise niedrige Honorare und Gehälter auf der einen Seite und mangelnde Aussicht auf zukunftssichere Stellen auf der anderen Seite sind keine gute Visitenkarte.

Zudem lastet auf der DW die Hypothek jahrzehntelangen Personalabbaus. Die weiterhin anfallende Arbeit wurde auf freie Mitarbeiter/innen übertragen - mit minderem sozialen Schutz ausgestattet und stets von Jobabbau oder zumindest starken Schwankungen konfrontiert. Diese Arbeitsverhältnisse sind illegal, wie sich bei erfolgreichen Statusklagen vor den Arbeitsgerichten herausstellt. Auch hier gerät die Personalpolitik der DW in die Klemme: Immer weniger freie Mitarbeiter/innen werden es sich gefallen lassen, als Mitarbeiter/innen zweiter Klasse behandelt zu werden bzw. als Abbaumasse für Übergangslösungen. Wozu auch?

Es wird Zeit, dass eine verfehlte Politik geändert wird, sowohl im Haus als auch beim Geldgeber, dem Bund:

  • Die DW benötigt Planstellen in ausreichendem Ausmaß
  • es müssen Lösungen gefunden werden, frei Beschäftigten, die diesen Sender größtenteils seit Jahrzehnten am Leben halten, eine sichere Perspektive, auch im Hinblick auf die Rente zu bieten.
  • Für freie Mitarbeiter/innen müssen die Bedingungen besser werden. Tariflich dümpelt die DW aber mittlerweile an vielen Punkten in der hinteren Reihe, z.B. bei der Gewährung des Krankengeldzuschusses erst ab 8 Tagen .

Die bisher praktizierte Blockadehaltung wird zunehmend zur Belastung - für die Mitarbeiter*innen, aber auch für die DW selbst. Als attraktiverer Arbeitgeber sähe sie besser aus...