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Diskriminierungserfahrungen freier Mitarbeiter*innen beim öffentlich-rechtlichen …

Diskriminierungserfahrungen freier Mitarbeiter*innen beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk

Erste Teilveröffentlichung der Studie zur Situation freier Mitarbeiter*innen

 

Auch bei öffentlich-rechtlichen Sendern ist Diskrimierung verbreitet. In einer Studie im Auftrag der Bundestagsfraktion DIE LINKE und der Rosa-Luxemburg-Stiftung berichtete jede*r vierte der knapp 2000 befragten „festen freien“ Mitarbeiter*innen, während der Tätigkeit für die Öffentlich-Rechtlichen Diskriminierung aufgrund von Alter, Geschlecht, Herkunft, Religion oder sexueller Orientierung bzw. Mobbing, sexualisierte oder physische Gewalt erlebt zu haben. Jede*r zweite Befragte gab an, so etwas beobachtet zu haben. Frauen waren weitaus häufiger betroffen als Männer. Von den verhältnismäßig wenigen Beschäftigten mit Migrationshintergrund berichtete fast die Hälfte von Diskriminierungserfahrungen.

Bei vielen der in der vorliegenden Befragung geschilderten Fälle handelt es sich um offensichtliche Verstöße gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG). Dieses verpflichtet Arbeitgeber*innen, auch vorbeugende Maßnahmen zum Schutz vor Benachteiligung zu treffen.

Gerade von aus Rundfunkbeiträgen oder (im Falle der DW) aus Steuermitteln finanzierten Organisationen, wird ein hohes Maß an Professionalität erwartet – zumal es bei den freien Mitarbeiter*innen um eine besonders wenig abgesicherte Gruppe geht. Die nun vorgestellte Untersuchung zeigt jedoch, dass der Handlungsbedarf gegen Diskriminierung am Arbeitsplatz auch bei den Öffentlich-Rechtlichen groß ist.

Um Verbesserungen der Arbeitsbedingungen insbesondere für freie Mitarbeiter*innen zu erreichen, wäre ein erster Schritt eine Änderung des Bundespersonalvertretungsgesetzes, damit Freie bei der DW im und vom Personalrat vertreten wären. Dies wurde jüngst von Linken und Grünen gefordert (wir berichteten auf dieser Seite), jedoch von einer großen Koalition der anderen Parteien blockiert. 

Die Linke fordert auch Änderungen im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz, damit dieses für freie Mitarbeiter*innen bei den Öffentlich-Rechtlichen gilt. Zudem fordert sie die Etablierung eines Verbandsklagerechts, damit Antidiskriminierungsverbände gerichtlich für die Rechte Betroffener vorgehen können.

Die gesamte Studie zur sozialen Lage der freien Mitarbeiter*innen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk wird Ende Januar 2019 veröffentlicht.