Überblick über die Tarifrunde 2022 bei der DW

19.12.2022

13.12.2022: Eckpunkte vereinbart

Am 13.12.2022 erzielte die ver.di-Verhandlungskommission zusammen mit den beiden anderen bei der DW vertretenen Gewerkschaften, DJV und vrff, den Durchbruch. Vereinbart wurden Eckpunkte eines Gesamtpakets, das Licht und Schatten hat.

Die Erhöhung des Gesamtvolumens beträgt wie in anderen ARD-Anstalten 2,8 %. Das ist angesichts derzeitiger Preissteigerungen wenig. Aber: ver.di hat sich als einzige Gewerkschaft für einen solidarischen Festbetrag stark gemacht und konnte so erreichen, dass das erste Mal seit 10 Jahren untere und mittlere Gehälter verstärkt in den Genuss der tariflichen Erhöhung kommen. Für die Mehrheit der fest angestellten Beschäftigten beträgt die Erhöhung daher mehr als nur 2,8 %:

Gehälter von Festangestellten in den unteren Vergütungsgruppen X bis VII werden im Schnitt zwischen 3,2 und 3,8 % angehoben. Bei den mittleren Gruppen VI und V beträgt die Erhöhung immerhin noch 3,0 bis 3,2 %. Und auch das Gros der Journalisten geht nicht leer aus: Im Schnitt landen Journalisten in den Gruppen V und IV bei den 2,8 % des Gesamtvolumens. Zum Ausgleich fällt bei Monatsgehältern über 6100 € der Anstieg verglichen mit einer prozentualen, landläufig "linear" benannten Steigerung etwas geringer aus:

 
Erhöhung Betrag

Und wie in der Tabelle zu sehen ist, kommt der Festbetrag auch jüngeren und neu angestellten Kolleg*innen in unteren Stufen zugute. Insgesamt profitiert von dieser - von ver.di erzielten - Lösung zwei Drittel aller Beschäftigten!

Eine von ver.di geforderte, für alle gerechte Auszahlung um den selben Geldbetrag scheiterte leider an der mangelnden Bereitschaft der anderen beiden Gewerkschaften. So kam ein Kompromiss zustande: Die Gehälter werden ab 1.Mai um 1,4 % und gleichzeitig um einen für alle gleichen Betrag in Höhe von 85 € erhöht.  

Freie Mitarbeitende bekommen im Gesamtvolumen dieselbe Erhöung wie Festangestellte: 2,8 % auf alle effektiv ausgezahlten Honorare (also nicht nur auf die Mindesthonorare).

Bei der Auszahlung der abgabenfreien Pauschale in Höhe von 3000 € bestand die DW auf eine Berücksichtigung von Teilzeitbeschäftigung. Hier konnten die Gewerkschaften immerhin noch Verbesserungen für Teilzeitkräfte und Freie erreichen, unter anderem eine "Unterkante" von 2000 €.sowie eine Verbesserung bei der Berechnungsgrundlage bei Freien. Damit kommt immerhin noch die Mehrheit der Freien in den Genuss der vollen Auszahlung in Höhe von 3000 €.

Das Geld, das die DW dadurch einspart, kommt aber allen Beschäftigten zugute: So konnten für den Zeitpunkt der Auszahlung und die Laufzeit Verbesserungen erzielt werden. Die Laufzeit wurde verglichen mit dem ursprünglichen Angebot von 24 Monaten auf 21 Monate verkürzt, die Auszahlung auf Mai 2023 vorgezogen. Beide Parameter verbessern Tarifergebnisse. Z.B. besteht die Möglichkeit, früher in die nächste Tarifrunde einzusteigen.

Es lohnt sich daher schon jetzt, sich bei ver.di zu engagieren und die Tarifkampagne 2024 vorzubereiten!

Eine Übersicht der Ergebnisse hier im gemeinsamen Flugblatt der Gewerkschaften

 

 

 

Und das ist die Vorgeschichte:

 
Aktive Mittagspause 1_3
Aktive Mittagspause 1_2

9.11.2022: Aktive Mittagspause bei der DW, Aktionen und Streiks in der gesamten ARD

Über 200 Kolleg*innen haben an den Standorten Bonn und Berlin der Deutschen Welle klargemacht: So geht es nicht! 2,8% Erhöhung des Gesamtvolumens über 2 Jahre hinweg verteilt sind eben nicht 2,8%, sondern gerade mal 1,4% pro Jahr. Eine Einmalzahlung ist keine tarifliche Erhöhung. Will man sie mit einer solchen vergleichen, muss man sie auf die durchschnittliche Arbeitszeit beziehen und kommt damit auf ein Jahr gerechnet auf 8 €, bzw. 0,14 % im Volumen. Freie gehen beim "Angebot" der DW so gut wie ganz leer aus, wenn nicht ihre realen Honorare erhöht werden, sondern nur die Mindesthonorare.

Die aktive Mittagspause erfolgte im Rahmen des bundesweiten Aktions- und Streiktags in der ARD. An vielen Sendern kam es zu Sendeausfällen. 

Eine Zusammenfassung des ARD-Streiktages findet Ihr auf YouTube: https://www.youtube.com/watch?v=vKlWFwlPxoQ

 

 

 

8.11.2022

Die DW hat ein Angebot vorgelegt, das nicht wirklich als solches bezeichnet werden kann. Warum, erläutern wir in diesem Flugblatt.

 

 

 

 

11.10.2022

Die Tarifrunde 2022 steht unter dem Schatten enormer Preissteigerungen. Deshalb sind dringend Zuwächse bei Gehältern und Honoraren notwendig, insbesondere bei niedrigen und mittleren Honoraren und Gehaltsgruppen. Geringe prozentuale Steigerungen werden dem nicht gerecht.

Daher fordert ver.di DW mehr Geld - und zwar den gleichen Betrag für alle! Kurzfristig, dauerhaft und ohne lange Laufzeit. Unsere Erklärung dazu im Flugblatt:

 
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