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Kommt runter von eurem Sockel!

Kommt runter von eurem Sockel!

Zahlen, Zahlen, Zahlen...

Um die Forderung nach einem Sockel richtig beurteilen zu können, sollte man die Fakten kennen.

Ausgangspunkt ist das Gehaltsgitter 2017: Von oben nach unten gehts von den "oberen Etagen" zu den geringer entlohnten Gruppen, d.h. von Gehaltsgruppe 1 zu Gehaltsgruppe 10. In welcher Gehaltsgruppe ihr seid, hängt im Prinzip ab von eurer Tätigkeit. Die Stufe (von links nach rechts aufsteigend) wiederum ist eine Frage der Betriebszugehörigkeit.

Gehaltsgitter 2017

Gehaltsgitter 2017 Klaus Barm Gehaltsgitter 2017

 

Würden nun beispielsweise die Gehälter um 2,5% gleichmäßig / "linear" erhöht, wäre das Ergebnis wie folgt:

Gehaltsgitter bei Erhöhung um 2,5%

Gehaltsgitter_neu_Linearerhöung Klaus Barm Gehaltsgitter_neu_Linearerhöung

 

Um welchen Betrag die Gehälter monatlich erhöht würden, erseht ihr hier:

Steigerung bei Erhöhung linear

Erhöhung 2,5% Klaus Barm Erhöhung 2,5%

Die nächste Gehaltserhöhung würde wiederum auf dieses Gehaltsgitter wirken und so fort. Auf diese Weise bleibt zwar das prozentuale Verhältnis zwischen den Gehaltsgruppen erhalten, gleichzeitig findet eine fortwährende Spreizung statt. Es macht daher Sinn, von Zeit zu Zeit einen Ausgleich herbeizuführen, der untere Gehaltsgruppen gegenüber den oberen etwas begünstigt. Das wäre z.B. durch folgenden Tarifabschluss erreichbar:

Alle Festangestellten bekämen nach diesem Modell eine Tariferhöhung um 43 €, dazu 1,7 %. Das würde die DW das selbe kosten wie eine Erhöhung um 2,5 % für alle. Das Ergebnis wäre dann:

Steigerung bei Sockelbetrag

Steigerung bei Sockel Klaus Barm Steigerung bei Sockel

In der Spalte rechts steht die nach Mitarbeiter*innen gewichtete durchschnittliche Erhöhung (es macht z.B. keinen Sinn, Erhöhungen auf Gehaltsstufen in die Betrachtung einzubeziehen , auf denen überhaupt niemand beschäftigt ist).

Ganz rechts unten steht die durchschnittliche Gesamterhöhung als Geldbetrag, ebenfalls gewichtet. Er ist logischerweise - bis auf Rundungsfehler - identisch wie bei der linearen Erhöhung um 2,5%.

Fazit: In den unteren und mittleren Vergütungsgruppen 5 bis 10 würden die Mitarbeiter*innen vom Sockel profitieren, in der Gruppe 4 immerhin noch die unteren und mittleren Stufen, erst ab Gruppe 3 aufwärts würde das Gehalt etwas langsamer steigen. Wie das im einzelnen aussieht, könnt ihr hier ablesen:

Differenz

Differnz Erhöhung linear / Sockel Klaus BArm Differnz Erhöhung linear / Sockel

Von allen derzeit 1459 festen Mitarbeiter*innen würden 833 von einem Sockel profitieren (grün gekennzeichnet), bei 626 würde die Tarifsteigerung etwas geringer ausfallen.

Vor dem Hintergrund der geringen Rentenerwartung ein gerechter und für jüngere Generationen überlebensnotweniger Ausgleich!