Deutsche Welle

Erfolgreicher Aktiontag in Bonn

Erfolgreicher Aktiontag in Bonn

Anlass war die weiterhin schwelende Auseinandersetzung über die ARD-seitig geforderte Neuregelung der betrieblichen Altersversorgung in den Sendern. Stolperstein bleibt dabei die Deutsche Welle, die einerseits am bereits ausgehandelten ARD-Kompromiss beteiligt war, jetzt aber eine weitere Verschlechterung für ihre eigenen Mitarbeiter durchsetzen will. Dies wohl nicht zuletzt, weil der eigene Verwaltungsratsvorsitzende Peter Clever das anscheinend zu seinem Lebenswerk erklärt und dafür aktuell eine beschämende Desinformationskampagne in deutschen Medien gestartet hat. Grund genug für den ver.di-Betriebsverband der Deutschen Welle mit Information und Humor gegen seine ‚Fake News‘ anzugehen.

Am Morgen und dann über den ganzen Tag verteilten ver.di-Kolleg*innen im Sender ‚Rentenlose an Rentenlose oder die, die ihre Rente verschlechtert bekommen sollen‘. Gesucht wurden des weiteren die von Herrn Clever angeprangerten ‚DW-Luxusversorgten‘.

Eine Umfrage brachte in einer weiteren Aktion keine Hinweise darauf, dass der Verwaltungsratsvorsitzende mit seiner These einer ‚Luxus‘- oder ‚Überversorgung‘ der Mitarbeiter richtig liegen könnte. ver.di-Wutenten und anderen Abstimmungsmaterialien dienten den Kolleg*innen zur Beantwortung der Frage: ‚Bist Du Luxusversorgt?‘, dies bezogen primär auf die betriebliche Altersversorgung bei der Deutschen Welle.

Völlig unerwartet war das Ergebnis nicht. Nach etwas mehr als drei Stunden Befragung und Informationen zum Mittagstisch hatten 107 DW-Mitarbeiter teilgenommen, Junge und Alte, Feste und Freie, befristet und unbefristet Beschäftigte. 106 davon sahen sich absolut nicht als luxusversorgt an. Ein Kollege warf schließlich ein Bällchen in die ‚Ja‘-Plexiglasröhre, dies aber eher aus ‚Mitleid‘ mit Herrn Clever bzw. wie er besonders betonte, unter dem auch von vielen anderen Kolleginnen und Kollegen im Verlauf der Aktion angesprochenen Aspekt der zunehmend schlechten Altersversorgungssituation in Deutschland. Einig waren sich aber die meisten auch darüber, dass dies nicht den DW-Mitarbeitern anzulasten bleibt, sondern der Politik allgemein.

Viele, auch von denen, die dann nicht aktiv an der Umfrage teilnehmen wollten, stärkten ver.di jedenfalls den Rücken bezüglich der Gewerkschaftsforderung, die Renten bundesweit zu stärken. Und weiter bestand überwiegend Einigkeit darin, allen Menschen eine zumindest angemessene und für das Alter ausreichende Altersversorgung ermöglichen zu wollen. Das dazu auch die betriebliche Altersversorgung bei der DW gehören sollte war auch ein immer wieder betontes Votum. Feste wie Freie, Befristete und Unbefristete sollten, so die Forderung vieler, eine akzeptable (auch betriebliche) Altersversorgung bekommen.

Zu diesem Thema gilt es sicher noch viele Jahre viele Bretter zu bohren. Was das riskante Festhalten der DW an der von ihr geforderten Sonder-Schlechterstellung der eigenen Belegschaft angeht, bleibt zu hoffen, dass nicht zuletzt der Aktionstag Informationen zu den Hintergründen und möglichen Folgen des von der DW praktizierten Russischen Roulettes gegeben hat. Vielleicht gibt die Deutsche Welle nun endlich ihr Mauern auf und liefert endlich konstruktive Lösungsvorschläge zur Umsetzung des ARD-Kompromisses statt in starrem Verharren auf Verschlechterungen und Einsparungen zu lasten der Belegschaft den ARD- Abschluss im Ganzen zu gefährden.

(Christian Hoppe)

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