Deutsche Welle

Deutsche Welle: Evaluationsbericht 2017

Deutsche Welle: Evaluationsbericht 2017

3.1.2 Personelle Ressourcen

"Die DW kann für die Erfüllung ihrer Aufgaben auf eine internationale und gut ausgebildete Mitarbeiterschaft aus mehr als 60 Nationen zurückgreifen.
Allerdings hat sich im Vergleich zur letzten Evaluation die Zahl der Planstellen für die DW weiter reduziert. Seit 1994 musste die DW mehr als 900 Planstellen an den Bund zurückgeben – seit 2014 stehen ihr konstant 1212 Planstellen des Bundes zur Verfügung. Hinzu kommen 120 Fristvertragspositionen ohne Planstelle, die die DW mit Zustimmung ihres Verwaltungsrats im Jahr 2014 sukzessive eingerichtet hat. Zum Stichtag 31.Dezember 2016 beschäftigte die DW somit insgesamt 1.439 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, zwei Drittel davon unbefristet. Die DW ist haushaltsrechtlich nur berechtigt, unbefristete Festanstellungen auf Planstellen vorzunehmen. Folglich kann sie Aufwüchse im Bundeszuschuss nur in die Beschäftigung freier Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter investieren, da keine unbesetzten Planstellen zur Verfügung stehen.

Die Beschäftigung sogenannter freier Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist im journalistischen Bereich üblich und verbreitet. Konkret handelt es sich dabei um ein besonderes Beschäftigungsverhältnis, das sich aus der Rundfunkautonomie herleitet. Sowohl Medienanbieter als auch programmgestaltende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben im Sinne der Programmqualität und der Sicherstellung eines Höchstmaßes an kreativem Austausch ein besonderes Interesse an dieser Art der Beschäftigung. So beschäftigt die DW in ihren Funkhäusern eine große Zahl freier Journalistinnen und Journalisten in programmlichen Funktionen auf Basis freier Mitarbeit. Darüber hinaus honoriert sie auf diesem Weg auch Beschäftigte, die sie nur einmalig oder unregelmäßig einsetzt, zum Beispiel Expertinnen und Experten als Sendungsgäste oder Reporterinnen und Reporter sowie Producerinnen und Producer für Produktionen vor Ort. Dies ist auch so gewollt und unterstützt die DW bei der Ausführung ihres Auftrags.

Da aber der Planstellenbestand zwischen 1994 und 2014 um 43 % sank, musste die freie Mitarbeit als Beschäftigungsform auch auf andere dringend erforderliche Funktionen ausgeweitet werden, auch auf nicht unmittelbar programmgestaltende. Dazu gehören bestimmte programmnahe Funktionen in
Produktion, Vertrieb und Technik. Umgerechnet in Mitarbeiterkapazitäten entspricht das gesamte Beschäftigungsvolumen der freien Mitarbeiterschaft insgesamt rund 1.270 Vollzeitkräften.
Die oben beschriebene Absenkung des Stellenplans bietet der DW nur sehr eingeschränkt die Möglichkeit, selbst hochqualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch Festanstellungen an sich zu binden, insbesondere in nicht programmgestaltenden Bereichen. Entsprechend steigt der Aufwand der DW
für Rekrutierung und Einarbeitung von Personal sowie für die Sicherstellung einer konstant hohen Qualität der Leistung.

Unabhängig davon investiert die DW fortwährend in Trainings und Fortbildungen für das bestehende Personal: Als Folge der Digitalisierung verändern sich die Anforderungen an die Belegschaft. Allein 2016 führte die DW so Trainings mit 3.630 Teilnehmenden durch. Um die Investitionen in ihre personellen Ressourcen nachhaltig gestalten zu können, müsste die DW gut eingearbeiteten und hochqualifizierten Beschäftigten insbesondere in nicht programmgestaltenden Bereichen ein festes Arbeitsverhältnis in Aussicht stellen können.
An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass die DW im Jahr 2017 wieder einen Etat bewirtschaftet, der in etwa dem der Jahre 1994 bis 1998 entsprach. Zum damaligen Zeitpunkt bewirtschaftete die DW aber auch zwischen 925 (in 1995) und 590 (in 1998) Planstellen mehr als heute. Bereits dieser Vergleich zeigt auf, dass der DW derzeit deutlich zu wenig Planstellen zur Verfügung stehen."